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Das Leben in geordneten Bahnen. Gibt es sowas? Oder wird einem dann langweilig? Wird man gar depressiv, wenn das Leben nichts Neues, Spannendes oder Überraschendes mehr zu bieten hat? Nun, dann kann ich wenigstens mit Gewissheit und voller Überzeugung sagen: ich kann gar nicht depressiv werden. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Depression und Langeweile im Leben in einem linearen Kausalzusammenhang stehen. Das sind doch tolle Nachrichten, oder?
Eine andere Frage, die mich beschäftigt: Wird man automatisch verrückt, wenn man verfolgt wird? Wenn jemand das eigene Leben als Schatten mitverfolgt, den man nur erahnen und doch nicht fassen kann? Ja? Schade, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich verrückt werde, recht hoch. Merkt man es selber, dass man irre ist? Oder muss man eines Tages dem Umfeld glauben, das einen mitleidig betrachtet und einem das Gefühl gibt, nicht von diesem Planten zu sein. Kann sich ein eigenes Gefühl dadurch entwickeln, dass andere einem dieses Gefühl geben? Und wird dann das fremde zu meinem Gefühl oder bleibt es doch ein fremdes Gefühl, dass ich mir nur ausleihe wie die Jacke einer Freundin?
Ich bin sehr gespannt und werde natürlich über meine Erkenntnisse berichten. Über den sich langsam aber kontinuierlich ausbreitenden Wahn, der von meinem Hirn Besitz ergreift...Kann der Wahn, der sich des Hirns ermächtigt, Metastasen ausbilden und in andere Regionen vordringen? Fragen über Fragen, über dies es sich lohnt nachzudenken und die man nur beantworten kann, wenn es soweit ist. Doch- ob man sich dann noch an die Frage erinnert, geschweige denn fähig ist sie zu beantworten? Und selbst wenn man sie beantworten kann, wer wird einem glauben? Kann man dann den Gesunden davon überzeugen, wie man wahnsinnig wird oder erarbeitet man dann nur einen Erkenntnisfortschritt für diejenigen, die wahn-sinnigen sind? Und was sollen sie dann mit der Erkenntnis anfangen?
Am sinnvollsten erscheint es mir den Prozess des Wahnsinnigwerdens zu dokumentieren, um in dem Sein des Wahnsinns einen Weg zu finden, den Zustand wieder zu verlassen. Damit wäre allen
Wahnsinnigen wahnsinnig geholfen und die Gesunden würden nicht leer ausgehen, denn sie hätten dann einen Leitfaden wie sie agieren müssen, nachdem sie dem Wahnsinn anheim gefallen sind.
Vorausgesetzt sie möchten diesen Zustand, der sicherlich auch Vorteile inne hat, verlassen und wieder der Gefahr depressiv zu werden ins Auge sehen. Natürlich nur, wenn der Kausalzusammenhang
-> Langeweile-> Depression gegeben ist. Doch den Weg aus der Depression heraus zu finden, überlasse ich anderen.
Ich befasse mich lieber mit der Wegbeschreibung aus der Hölle. Hier ist es zu heiss und zu viel Party für meinen Geschmack.
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